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„Die Leichtigkeit, mit der gewisse Meinungen allgemein werden, hängt vor allem mit der Unfähigkeit der meisten Menschen zusammen, sich auf Grund ihrer besonderen Schlüsse eine eigne Meinung zu bilden.“ (Gustave Le Bon in „Psychologie der Massen“, 3. Kapitel, 1895)
Nachdem der Chor der Meinungsforscher bereits vor der letzten Bundestagswahl die voraussichtliche Entscheidung des Volkes vorwegnahm, wurde uns gleich nach der Wahl mitgeteilt, wie wir das Wahlergebnis zu interpretieren haben. Mit der gleichen Penetranz werden der demografische Wandel und seine Folgen überwiegend als Schreckgespenst dargestellt, während kaum jemand von den wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Chancen dieser Entwicklung Notiz nimmt. Sie kennen sicher eine ganze Reihe weiterer Beispiele solcher mediengetriebenen „Meinungsbildung“. Wenn wir eine Meinung nur oft genug hören und lesen, glauben wir schließlich, es sei wirklich so. Der französische Arzt und Soziologe Gustave Le Bon beschäftigte sich bereits in seinem 1895 veröffentlichten Werk „Psychologie der Massen“ mit diesem Phänomen. Er vertritt die Auffassung, dass der Einzelne in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert und sich affektiv verhält. Auch mehr als 100 Jahre später verhalten wir uns nach diesem Muster. Offensichtlich liegt es in der Natur oder besser Ökonomie des Menschen, den bequemsten Weg zu wählen. So wie bei den meisten von uns viele Muskelfasern aufgrund mangelnder Reize ungenutzt bleiben und verkümmern, suchen wir auch beruflich oft den Weg des geringsten Widerstandes. Wie viel Potenzial wollen wir noch verschenken, indem wir unsere Karrieren dem „Mainstream“ unterwerfen? Finden Sie den Mut zu Ihrer eigenen vielleicht unpopulären Meinung, selbst wenn Ihre Karriereleiter dadurch Sprossen verliert! Ansprechpartnerin: Anett Dylla
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