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Innoflation - Innovation als Chefsache?

(27. Apr 2004)

Stagnation, zunehmende Arbeitslosigkeit, Warten auf konjunkturelles Wachstum – was ist los mit der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft?

 

Als Antwort darauf präsentieren Politiker und Medien die Zauberformel für den Aufschwung, das Allheilmittel Innovation. Sie wird heute als der entscheidende Fortschrittsfaktor gesehen, der uns wirtschaftlich und gesellschaftlich aus der Krise führen soll. So taucht der Begriff Innovation in den unterschiedlichsten Zusammenhängen zur Lösung verschiedenster Probleme immer wieder auf. Zum Beispiel „Es ist gut, dass Bundeskanzler Schröder die Innovationspolitik zur Chefsache erklärt hat, ...“, BDI-Präsident Michael Rogowski in VDI nachrichten vom 8.4.04. Dennoch bleiben die proklamierten Innovationsoffensiven in vielen Unternehmen bislang aus. Warum?


Wer die aktuellen Diskussionen um das Modethema Innovation in den Unternehmen und der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt, findet Erstaunliches. Das Problem sei, so der vorherrschende Tenor, nicht der Mangel an guten Ideen, sondern die fehlende Umsetzungskompetenz.

Wenn dem so wäre, warum bemühen dann immer mehr Manager Unternehmensberater, um nicht die Entscheidung treffen zu müssen, wer im Unternehmen die guten Ideen umsetzen darf? Vielleicht, weil oft verkannt wird, dass es viele Optionen zur Umsetzung guter Ideen gibt, doch nicht wirklich viele innovative Vorschläge.

Eine Auseinandersetzung zur Frage der Wechselbeziehungen von Idee und Umsetzungskompetenz findet kaum statt, obwohl es sich um ein klassisches Henne-Ei-Dilemma handelt. Die exzellente Idee in der Schublade ist ebenso nutzlos wie ein Team motivierter Umsetzer ohne kreative Einfälle.

Was wir brauchen, ist eine konstruktive Auseinandersetzung in der Sache anstelle eines gedankenlosen Schlagwortmissbrauchs. Nur so erfüllen wir den Anspruch des Begriffes Innovation und befreien uns gleichzeitig vom Verdacht seines inflationären Gebrauchs.

Ansprechpartnerin:
Anett Dylla
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